Samstag, 30. Dezember 2017

ZWISCHEN DEN JAHREN

...ist es ja immer ganz schön, zurück und nach vorne zu blicken. Dieses Jahr fällt mir das besonders leicht. Es gab so viele tolle Projekte mit wunderbaren Menschen. Und 2018 wartet mit spannenden Themen und Experimenten auf mich.
Für mich persönlich war in diesem Jahr die schönste Herausforderung mein Einstieg in die Ausbildung von künftigen Literaturpädagog*innen. Grundlagen der Pädagogik und Psychologie so zu vermitteln, dass jeder Lust bekommt, sich auf das Wagnis Mensch einzulassen und mit Freude auf neue Situation zu zuzugehen. Großartig.
Auch wieder verstärkt Lesungen zu machen, war ein Gewinn 2017. Dank an Birgit und Klaus Saeger und Andrea Boss-Heyens für ihr Vertrauen.
Meine neue Gruppe in Heiligenhaus im Club, mit denen ich 2018 zum ersten Mal eine Uraufführung haben werde, lässt mich ebenso positiv nach vorne Blicken, wie die tollen Ideen meiner bestehenden Gruppen: "Lost in space" in Wuppertal, "Utopia in Langenberg", "Von glücklichen Menschen und anderen Verrückten" in Velbert, "Robin Hood 2.0", das neue Stück meiner Kleinsten in Wülfrath.
Mit freudiger Neugierde blicke ich "Lebe Liebe Deine Stadt" in der börse in Wuppertal entgegen.
In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Rutsch ins neue Jahr, in dem hoffentlich auf jede(n) viel Positives wartet.

Foto: Kevin Rumpel
Foto: Kevin Rumpel
Foto: Dagmar Peters


Foto: Anna Schwartz

Foto: junges börsenensemble

Donnerstag, 21. Dezember 2017

DIE WAHRE WEISHEIT LIEGT IN DANKBARKEIT FÜR DAS, WAS MAN NICHT KRIEGT

Diesen Satz schrieb kürzlich einer meiner Darsteller des Ensembles SpielArt der Musik- und Kunstschule Velbert. 
Wir arbeiten gerade an einem Stück über das Glück und jeder schreibt mit daran. 
So ist es ja auch im wahren Leben, oder? Jeder ist zwar "seines eigenen Glückes Schmied", doch auch jeder, dem ich begegne hat einen Effekt auf mein Gefühl. Und ich habe ein Effekt auf sein Gefühl. Wenn ich jemandem im Stress anpflaume, ist womöglich sein Tag gelaufen. In meiner Arbeit begegnet mir das jeden Tag. Komme ich schon gestresst in eine Situation, braucht es nicht viel, damit meine Spieler*innen auch unter Hochspannung stehen. Eine Funke - und die Lage explodiert. 
Ist das damit gemeint? Ich bin dankbar, wenn ich den Stress Anderer nicht abkriege? 
Wahrscheinlich zu einfach gedacht. Denn zu akzeptieren, dass nicht immer alles nach Wunsch läuft, dass man nicht alles haben kann, was in der Auslage uns glänzend anstrahlt, kann sehr befreiend sein. Gut, dass es nicht immer alles gibt. Gut, dass man manchmal auf das Wesentliche zurück geworfen wird. Und das sind keine Dinge. Nicht einmal der donnernde Applaus nach der gelungenen Aufführung. Sondern das Miteinander, das Zusammen sein dürfen, der Respekt und ja, die Liebe... besonders die jenseits einer Partnerschaft. Die Liebe, die in allen steckt als Potenzial. 
Und so nehme ich von meinen Schüler*innen genau das mit: Dankbarkeit, für das was man nicht kriegt und dafür die freie Sicht auf das, was wirklich da ist und das, was noch kommen kann.
Frohe Weihnachten! 

 

Dienstag, 27. Juni 2017

KINDER NACH VORNE!


Vor einer Woche hatte meine Kollegin Melody Reich im Consol Theater Gelsenkirchen Premiere mit ihrem aktuellen Stück. Ein Journalist äußerte sich in seiner begeisterten Kritik verwundert darüber, wieviel "skeptische Weltsicht" die Kinder schon haben.
Mich verwundert das gar nicht. 
In meinen Kursen bestimmen die Kinder immer mit, was in den Stück vorkommt und wie sie umgesetzt werden. Schließlich geht es mir darum, die Kinder darin zu stärken, dass sie etwas zu erzählen haben und ihnen zu zeigen, wie man das erzählen kann. 
Auch in unserem neuen Stück "Wir Wunderschrecklichen" habe ich so gearbeitet. Die fünf Kinder des Theaterkurses MiniArt der Musik- und Kunstschule, Velbert haben sich 9 Monate mit dem Thema "Geschwister" auseinander gesetzt. Dabei fanden ihre ganz persönlichen Erfahrungen Eingang in das Stück, das sehr unterhaltsam geworden ist, dem es aber an Ernsthaftigkeit nicht mangelt. Denn bei aller Flachserei unter Geschwistern, die sich manchmal in einen Kleinkrieg auswachsen kann: Geschwister sind immer bei uns - besonders dann, wenn wir uns alleine fühlen. 
Zusammenhalt in der Familie ist natürlich kein hochpolitisches Thema. Aber für die Kinder ist es das wichtigste aller Themen. 
Im Theaterkurs MiniArt haben die Kinder die Möglichkeit, tatsächlich ihre ganze Welt zu durchleuchten: egal, ob wir über Smartphones Stücke machen oder über Erwachsene, die vergessen haben, ihre echten Träume zu verwirklichen und sich in eine Scheinwelt flüchten (Dakota Pink) oder ob wir in "Rumpelstilzchen hoch drei" tatsächlich die Gier der Erwachsenen auf die Schippe nehmen:
Die Kinder sind mit Freude, Herz und großer Ernsthaftigkeit dabei.
Wir freuen uns auf unsere Premiere: 
Samstag, 01. Juli 2017 und Sonntag, 02.07.2017 jeweils um 16.00 Uhr in der Aula der Musik- und Kunstschule, Velbert, Kaiserstraße 12, Velbert-Mitte. Der Eintritt ist frei.
Danach steht der Kurs wieder offen für alle, die mit dem Theaterspiel die Welt erforschen wollen (für Kinder zwischen 9 und 14 Jahre)

Sonntag, 18. Juni 2017

LOHNT ES SICH?


Foto: Kevin Rumpel
Lohnt sich all die Arbeit? Das werde ich oft gefragt. Lohnt sich all der Aufwand und Stress? Das fragen sich mit Sicherheit immer mal wieder meine Ensembles und auf jeden Fall deren Familie und Freunde. Lohnt sich das viele Geld? Das fragen sich andauernd die Politiker auf kommunaler, Landes- und Bundesebene, wenn sie kulturelle Projekte finanzieren sollen und mit Sorgenfalten auf den Etat schauen.
Nicht nur an Tagen wie heute, an denen eine großartige Premiere hinter mir liegt, sage ich:
Ja! Ja! Ja!
Wir leben in merkwürdigen Zeiten: Was lohnenswert sein soll, bestimmen wir oft nicht mehr selbst: Das entscheiden Klickzahlen, Kontostände und die Anzahl der Presseberichte. 
Wir sind aber nicht aus Zahlen gemacht. Wir leben auch nicht von Zahlen.

Wir leben - neben der Ernährung - von Liebe, von Familie und Freundschaft, von Bindungen, von Geschichten, die uns Kraft geben, von Ideen, die uns nach vorne gehen lassen, von der Hoffnung auf ein besseres Leben, von der Gewissheit, dass jemand da ist, der uns auffängt, von der Sicherheit, dass wir die Kraft haben, jemandem die Hand reichen zu können.
Foto: Kevin Rumpel
Was das mit Theater zu tun hat? 
Alles!
Denn im Theater kommen all diese Dinge zum Tragen. Nur durch sie gibt es das Theater und mit dem Theater erfahren wir genau das: Wertschätzung, Hoffnung, Kraft, Bindung, Selbsterkenntnis, Welterkenntnis.
Gestern war die Premiere von "Ich bin eine Insel". Alle haben so hart daran gearbeitet. Alle haben mit so viel Freude, Lust und Kraft eine Reise unternommen, bei der jeder ein sehr hohes Risiko eingegangen ist. Und es war wunderbar. 
Jemand aus dem Publikum sagte mir danach, dass er in seinem eigenen Kopf, in seinem Leben, die Dramaturgie des Stückes wiedergefunden hat. Das Stück sei, wie eine Reise durch sein Leben gewesen mit wunderbaren Erkenntnissen für sich. Ähnliches hörte ich an diesem Abend noch oft. Was soll ich sagen: Wir haben unsere eigenen Geschichten genommen und sind dann den Spuren von Odysseus gefolgt. Homer gab uns also den Takt vor. Eine der ältesten Geschichten der Menschen berührt uns offenbar immer noch. Jeder kann es an einem solchen Abend spüren: Wir sind verbunden: miteinander und mit der ganzen Welt!
Ist ist das nicht großartig?! Ist das nicht lohnenswert?!
Ja! Und Ja!
Heute Abend spielen wir übrigens nochmal: 19.00 Uhr Deilbachsaal, Pannerstraße 12, Velbert-Langenberg.

Donnerstag, 8. Juni 2017

ICH BIN EINE INSEL 




Foto: Nadine Kranz
oder... Theater als Reise. Aber nicht einfach nur eine Reise an irgendwelche sonnenverwöhnte Strände. Nein, es geht um die gefährlichste, schönste, wundersamste, beängstigendste, beglückenste Reise, die man tun kann: Die Reise zum Ich. Und zu jedem "Ich" gehört auch ein "Wir". Und zu jedem "Wir" gehört auch ein "Die". Darum geht es: im neuen Stück "Ich bin eine Insel" des Ensemble SpielArt der Musik- und Kunstschule, Velbert. Aber auch beim Theater machen an sich geht es darum.

Da lacht man, da weint man, da zürnt man und flieht man. Miteinander, alleine, gegeneinander. Theater mit vollem Risiko. Das gefällt nicht jedem. Und so manch einer fragt sich mehr als nur einmal "Warum tue ich mir das an?" 
Weil das das lebendige Leben ist. Wir proben gerade, bis wir nicht mehr können. Wir gehen an die Extreme. Wir haben kurzfristig noch Sachen geändert, weil wir den Eindruck hatten, uns zu verirren. Vielleicht wird uns das gerade zum Verhängnis. Vielleicht finden wir aber auch das Glück. Wir fahren volles Risiko. 


Foto: Nadine Kranz

Und mit uns die Zuschauer am Samstag, 17.6. und am Sonntag, 18.6.2017 jeweils um 19.00 Uhr im Deilbachsaal, Pannerstr. 12, Velbert-Langenberg. 
Das wird eine wilde Fahrt. Durch Strudel und heftige Winde. Wie einst Odysseus suchen wir das, was wir zu Hause nennen. Das innere zu Hause. Das sieht für jeden anders aus. Genau wie das Theater für jeden anders aussieht. Kunst ist, ein Risiko eingehen. In der heutigen Zeit, wo wir das fast verlernt haben, ist alleine das schon gefährlich. Aber wir sind mutig. Wir werden ankommen. Wir wissen nur noch nicht, wo. Ich hoffe, es begleiten uns Viele auf der Reise. Der Eintritt ist frei.
und manchmal lachen wir auch über das Leben. Trauen Sie sich?! Wir setzen auf den Wind....


Foto: Nadine Kranz









Danke an die Stadtwerke Velbert für die Unterstützung bei den Fotos.

Dienstag, 16. Mai 2017

NACH DER PREMIERE IST VOR DER PREMIERE


Geschafft! Dieses Glücksgefühl, wenn alles gut gelaufen ist. Wenn das Publikum beseelt und mit reichlich Gedankenanstößen beschenkt den Saal verlässt. Das belohnt für so manche schlaflose Nacht.
Doch für Theaterpädagogen geht es dann gleich weiter. Denn die Produktionszeiträume sind eben in der Regel ein Schuljahr und so ist der Sommer voller schlafloser Nächte und voller Glücksgefühle.
Auch bei mir geht es gleich weiter. 
Soeben habe ich die allerletzten Sätze des Stückes "Ich bin eine Insel" in den Computer getippt. Freitag probieren wir das aus. Und dann heißt es Proben, Feilen, Verwerfen, Erschaffen. Schaffen bis zum Tag der Premiere am Samstag, 17. Juni 2017. Was für ein Glück, dass das SpielArt-Ensemble der Musik- und Kunstschule, Velbert so motiviert mit viel Elan bei der Arbeit ist. Das ist der Vorteil, wenn alle im Ensemble mitbestimmen dürfen, wohin die Reise geht: Alle sind mit Feuereifer dabei, selbst wenn manche Prozesse etwas länger dauern. Das machen die jungen Leute zwischen 14 und 24 Jahren locker wieder wett. 
Und so freue ich mich auf ein sehr spannendes Stück: ein Stück vom Ich-werden, vom Wir-Fühlen und vom Die-Mitdenken.... "Ich bin eine Insel".... mehr folgt bald.

Mittwoch, 3. Mai 2017

Foto: Anna Schwartz

ENDLICH PREMIERE!

Es heißt, die Endlichkeit allen Seins macht uns erst zu Kreativen, Liebenden, Arbeitenden.
Viele empfinden, die unerbittliche Vergänglichkeit als die größte aller Unfreiheiten. 
In dem Stück "Die Freiheit ist ein Einhorn" sind wir vom jungen börsenensemble Wuppertal und dem Seniorentheater Rauhreif dieser Frage auf den Grund gegangen. 
und dazu gehörte schnell viel mehr. Wir fragten uns, macht Liebe frei oder unfrei. Und erst die Zeit: ist sie nicht die ultimative Bremserin oder an allem, was wichtig wäre, Vorbeihetzerin?!
In unserem Stück kann man, Donnerstag und Freitag (04./05 Mai, jeweils um 19.30 Uhr) sehen, wie sich die 17 Figuren über Freie Liebe, FreiZeit und Freitod Gedanken machen. 
Ist Arbeit ein Weg zur Freiheit oder ein Gefängnis?
Ist die große Auswahl an Lebensentwürfen wirklich Freiheit oder doch eher wieder ein Zwang? Braucht man Geld zum Frei sein? Oder muss man den Freitod wählen, wenn das Geld aufgebraucht ist? Und überhaupt: Was würde jetzt die Liebe dazu sagen? Und zwischen all dem laufen unsere Sehnsüchte vor uns her und die Angst steckt uns im Nacken.
Foto: Anna Schwartz
Liebe, Tod und Zeit laden zum Bingo ein. Ein bisschen Glück gehört schon dazu, um frei zu sein und vielleicht jemand, der einem Mut macht, den Weg der Freiheit zu gehen, auch wenn der andere so schön glatt asphaltiert ist. Die Wahrheit liegt am Ende zwischen den Worten, mit denen wir uns umgeben. Wenn wir nur richtig zuhören würden, könnten wir nicht nur die Zeit davon laufen hören, sondern vielleicht das Hufgetrappel eines Einhorns. Oder ist es doch ein anderer Mensch?!
"Die Freiheit ist ein Einhorn" Premiere: Donnerstag, 04. Mai und Freitag, 05.05. jeweils um 19.30 Uhr in der börse Wuppertal: Kontakt und Kartenvorverkauf findet man hier.